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Energiedorf Hemmingen

Geschrieben von naturenergie-glemstal.de.

energiedorf hemmingenKurz und bündig

15.000.000 kWh Strom pro Jahr
Durch die beiden Biogasanlagen Haldenhof und Huber werden rund 9.000.000 kWh und durch das Biomethan-BHKW nochmals rund 6.000.000 kWh Strom erzeugt. Insgesamt entspricht dies dem jährlichen Strombedarf von 3.750 Vier-Personen-Haushalten.

20.000.000 kWh Wärme pro Jahr
Insgesamt werden rund 2.200.000 Liter Heizöläquivalent durch nachwachsende, regionale und CO2 neutrale Energie ersetzt.

Versorgungssicherheit
Die breite Palette an Energieerzeugungsanlagen und Brennstoffen erhöht die Sicherheit für die Kunden.

Regionale Wertschöpfung
Geld aus der Region zirkuliert hier. Landwirte, Handwerker, Dienstleister, Mitarbeiter und die Kommune haben direkten Anteil an der Wertschöpfung.

Unabhängigkeit von Energieimporten
Wenn Erdgas und Heizöl knapper und teurer werden:
Unsere Energie wächst vor Ort: Jeden Tag!

Attraktive Energiepreise
Individuelle Preisgestaltungen sorgen für günstige, teilweise von der Preissteigerung fossiler Energien unabhängige Wärmepreise.

Regionaler Beitrag zum Klimaschutz
Lokale Emissionen werden vor Ort gesenkt. CO2 wird in erheblichen Dimensionen reduziert.

Wärmenetze Hemmingen

Das erste Nahwärmenetz der Naturenergie Glemstal wurde 2007 in Betrieb genommen. Es versorgt die kommunalen Liegenschaften in Schwieberdingen mit rund 1,3 MWh Wärme aus der Biogasanlage Haldenhof. Seither wurden die Wärmenetze in Schwieberdingen und Hemmingen kontinuierlich ausgebaut. Aktuell versorgen drei Wärmenetze mit einer Leitungslänge von insgesamt etwa 9 km allein in Hemmingen rund 2.000 Wohnungen, Gewerbebetriebe und die meisten kommunalen und kirchlichen Liegenschaften mit CO2-neutraler Wärme.

Aus der Heizzentrale im Hemminger Gewerbegebiet liefern ein Holz- und ein Pelletkessel sowie ein Biomethan-Blockheizkraftwerk zusätzliche Energie für die Wärmenetze Hemmingen-Nord, -Mitte und Schlossgut. Mittlerweile wurde auch die Wärme der Biogasanlage Huber in das Nahwärmenetz eingebunden.

Nahwärme - wie geht das?

Nahwärme wird in einem Heizwerk oder Heizkraftwerk erzeugt und versorgt Stadtteile, Wohngebiete, kommunale Gebäude oder Industriebetriebe mit Wärme. Die Wärme wird in Form von heißem Wasser über ein wärmegedämmtes, geschlossenes Rohrleitungssystem (Nahwärmenetz) zu den einzelnen Abnehmern transportiert.
Das Haus erhält eine Übergabestation, die vom Netzbetreiber installiert und gewartet wird. Sie regelt die Wärmeabgabe an das Heizungsnetz der Abnehmer und trennt dieses gleichzeitig vom Nahwärmenetz. Die bezogene Wärme wird durch einen Wärmezähler erfasst und abgerechnet.
Auf Wunsch können die Wohnungseigentümer neben dem Nahwärmeanschluss ihre Bestandsheizungen behalten (Teilwärme) oder ausschließlich über Nahwärme versorgt werden (Vollwärme).

Effiziente Technologien zur Nahwärmeerzeugung in Hemmingen

Blockheizkraftwerke (BHKW) nutzen das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und produzieren gleichzeitig Strom und Wärme. Gegenüber der getrennten Erzeugung von Strom und Wärme ermöglicht die KWK eine Einspeisung der Wärme ins Nahwärmenetz und erreicht damit einen Gesamtwirkungsgrad der Anlage von bis zu 90 Prozent.
Holzheizung und Pelletkessel werden mit Holzschnitzeln bzw. Pellets betrieben, die aus maschinell zerkleinertem Waldrestholz, Landschaftspflegeholz sowie aus Restholz der holzverarbeitenden Industrie gewonnen werden. Bei der Verbrennung wird nur soviel Kohlendioxid freigesetzt, wie das Holz während seines Wachstums der Umwelt entzogen hat.

Biomethan

Biomethan ist auf Erdgasqualität aufbereitetes Roh-Biogas. Nach der Aufbereitung wird das Biomethan in das Gasnetz eingespeist - und an anderer Stelle entnommen. Damit ist eine Nutzung des Biomethan dort möglich, wo neben der bedarfsgerechten Stromerzeugung auch eine energetisch effiziente und wirtschaftliche Nutzung der erzeugten Wärme stattfindet.

Wärme intelligent genutzt

Die Biogas-BHKW Haldenhof und Huber dienen als Grundlasterzeuger, das Biomethan-BHKW als Regelenergieerzeuger, d. h. es wird nur zugeschaltet, wenn Strom und Wärme benötigt werden. Der Holzkessel als Mittellasterzeuger wird hinzugezogen, wenn es kälter wird. Zum Schluss kann der Holzpelletskessel als Spitzenlastlieferant für die ganz kalten Tage aufgeschaltet werden. Die Erdgaskessel
dienen als Reserve- und Ausfallversorgung.

Verteilung der einzelnen Wärmeerzeuger
Verteilung der einzelnen Wärmeerzeuger über die Monate

Pufferspeicher ermöglichen eine Stromproduktion zu den Zeiten, zu denen er benötigt wird. Die dabei erzeugte Wärme wird im Pufferspeicher gespeichert, bis sie gebraucht wird. Dadurch können auch Wärmespitzen ausgeglichen werden.

Hemmingen schont die Umwelt
durch Vermeidung von mehr als 9.000
Tonnen CO2 pro Jahr

Der gesetzlich vorgeschriebene Anteil an erneuerbarer Wärme von aktuell 10 Prozent - gemäß dem Erneuerbare-Wärme-Gesetz in Baden-Württemberg - wird bei der Nahwärme Hemmingen weit übertroffen. Eine Investition der Wohnungseigentümer zur Erfüllung der 10-Prozent-Quote erübrigt sich.

Energiemix der Zukunft:

Strom erzeugen, wenn er gebraucht wird
Die Stromerzeugung aus Sonne und Wind unterliegt starken Schwankungen. Flexible Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen wie die BHKW in Hemmingen, können ihre Stromproduktion variieren und damit flexibel auf den jeweiligen Strombedarf reagieren.

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