Mit dem vorliegenden Papier nimmt der Fachverband Biogas e. V. (FvB) Stellung zum Hintergrundpapier „Agrargasanlagen und Maisanbau - Eine kritische Umweltbilanz" des NABU Landesverbandes Schleswig-Holstein (SH) und leistet damit einen Beitrag zur Versachlichung der Debatte. Im Folgenden werden die im NABU-Papier aufgeführten Aspekte einer differenzierten Betrachtung unterzogen und problematisiert. Gerne steht der FvB auch für einen weiteren fachlichen Austausch zur Verfügung. Bis Ende 2011 werden rund 7.000 Biogasanlagen ca. 18 Milliarden Kilowattstunden (18 TWh) erneuerbaren Strom und ebenso viel erneuerbare Wärme produzieren. Die Strommenge reicht aus, um damit unabhängig von Kohle, Erdgas, Erdöl oder Uran rund 13 Prozent der 40 Millionen (Mio.) privaten Haushalte in Deutschland zuverlässig zu versorgen. Aufgrund seiner guten Speicherbarkeit kommt Biogas im künftigen Energiemix eine wichtige Ausgleichsfunktion in Bezug auf die fluktuierende Stromerzeugung aus Windkraft- und Photovoltaikanlagen zu.
Die ProjektbeteiligtenHemmingen und Schwieberdingen sind bei der sauberen Energieversorgung sehr fortschrittlich.
Wärme und Strom werden mit Holz und Biogas erzeugt. Dabei spielt auch die Kraft-Wärme-Kopplung eine Rolle. Die Bürgermeister Schäfer, Hemmingen und Spiegel, Schwieberdingen, sparen in ihren Kommunen jährlich ca. 700.000 Liter Heizöl ein.
Abschlussbericht zur Öko- und Energiebilanz der Biogasanlage Haldenhof, durchgeführt vom Institut für landwirtschaftliche Betriebslehre 410b der Universität Hohenheim für die Naturenergie Glemstal Biogas GmbH &Co. KG
Autoren der Studie: Prof. Dr. Enno Bahrs M. Sc. Sebastian Gollnow
Diese Anlage wird gegenwärtig zu den besten 5 % der Biogasanlagen Deutschlands mit vergleichbarem Substrateinsatz einzuordnen sein.
Die Biogasanlage Haldenhof bei Hemmingen zeigt sich sowohl aus energetischer Perspektive als auch aus der Perspektive der Treibhausgasvermeidung als sehr effizient im Vergleich zu anderen Biogasanlagen. Insbesondere die weit überdurchschnittlich umfangreiche regionale Wärmeverwendung kann an dieser Stelle genannt werden. Aber auch der hohe Einsatz von Wirtschaftsdünger fördert die sehr positive Bilanz der BGA Haldenhof. Die Planer und Betreiber der Anlage haben bei der Standortwahl sowohl im Hinblick auf die Substratbeschaffung als auch bezüglich der Wärmeverwendung Weitblick bewiesen. Die Biogasanlage Haldenhof zeigt, wie eine erfolgreiche Etablierung der Biogasnutzung aus großen Anteilen nachwachsender Rohstoffe, kombiniert mit Wirtschaftsdünger, Nahrungsmittelresten sowie anderen, ansonsten nicht oder wenig verwertbaren Reststoffen für Strom- und Wärmeproduktion im Sinne der Treibhausgas- aber auch der energetischen Effizienz gelingen kann. Diese Anlage wird gegenwärtig voraussichtlich in dieser Beziehung in den besten 5 % der Biogasanlagen Deutschlands mit vergleichbarem Substrateinsatz einzuordnen sein. Es verbleiben nur wenige ökologische und energetische Verbesserungspotenziale für die Betreiber, um die Effizienzen zu erhöhen. Allerdings würden diese Maßnahmen vermutlich eine höhere Zahlungsbereitschaft der Energieabnehmer erfordern, sofern sie eine ökologisch noch effizientere Energie (Wärme) beziehen möchten. Die verbleibenden Maßnahmen für eine noch wirksamere ökologische und energetische Effizienz würden die Energiegestehungskosten wahrscheinlich erhöhen. Allerdings können die Energiebezieher der Biogasanlage Haldenhof bereits gegenwärtig davon ausgehen, an einem vergleichsweise wirtschaftlich und ökologisch ausgereiften System der Bioenergieproduktion partizipieren zu können, das aus den exemplarisch analysierten ökologischen und energetischen Perspektiven vorbildlich für ein regionales Energieversorgungskonzept ist.